Blogserie 03) Der Dachstuhl wird erstellt

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Der Dachstuhl – Vom Anfang zum Ende“

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In der Zimmermannstechnik bezeichnet man das Vorbereiten einer Holzkonstruktion oder eines Dachstuhles als Abbinden. Hierbei werden die einzelnen Holzteile gekennzeichnet und zugeschnitten. Dann werden sie auf der Baustelle montiert.

In diesem Blog möchte ich Sie über einige Fachbegriffe aus dem Zimmererhandwerk informieren:

Dachfirst:  Als Dachfirst (kurz First), bezeichnet man die, meist waagerechte, obere Kante eines Satteldaches oder anderer Dachformen.

Traufe:  Als Dachtraufe, (kurz Traufe), wird die Tropfkante am Dach eines Gebäudes  bezeichnet. Hier fließt während eines Regens das gesammelte Wasser der Dachfläche ab, an der Traufe befindet sich daher in niederschlagsreichen Gebieten meist eine Dachrinne.  Die Länge der Traufe entspricht der Dachflächenbreite.

Ortgang:  Der Ortgang bezeichnet den seitlichen Abschluss der Dachfläche am senkrecht stehenden Giebel. Der Ortgang verbindet das Ende der Dachtraufe mit dem des Dachfirsts. Er schneidet sich mit keinen anderen Dachschrägen und wird als Stirn des Hauses bezeichnet.

Pfette:  Eine Pfette ist ein waagerechter Träger in einer Dachkonstruktion.  Je nach Lage wird zwischen Firstpfette, Mittelpfette und Fußpfette unterschieden.
Die Firstpfette hat ihre Bezeichnung nach ihrer Lage im First des Daches. Sie ist die höchstgelegene Pfette der Konstruktion und trägt ihre Lasten über Stützen und Wände ab.
Die Mittelpfette liegt zwischen First- und Fußpfette und dient zur Zwischenunterstützung der Sparren, insbesondere wenn diese größere Spannweiten überbrücken müssen.
Die Fußpfette liegt am Fußende der Sparren. Dies ist in der Regel der Traufbereich einer Dachfläche

Sparren: Als Sparren oder Dachsparren bezeichnet man in Dachkonstruktionen die Träger, die von der Traufe zum First verlaufen und die Dachhaut tragen. Die Gesamtheit der Sparren eines Daches bildet die Ebenen der Dachflächen und wird als Sparrenlage bezeichnet.

Kehlbalken: Durch den Einbau eines Kehlbalkens entsteht ein Kehlbalkendach, eine Sonderform des Sparrendaches. Dabei werden die einzelnen Sparrenpaare jeweils durch einen waagerechten Kehlbalken verbunden. Diese Konstruktion kann die Durchbiegung der Sparren unter Last reduzieren

 

Beim nächsten Blog dreht sich alles ums Richtfest, bzw. Firstbier.

Blogserie Teil 02) Das Rundholz wird angeliefert

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Der Dachstuhl – Vom Anfang zum Ende“

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Regelmäßig wird unser Unternehmen von schweren Lastwägen angefahren, die uns das Rundholz liefern, das wir dann in unserem firmeneigenen Sägewerk verarbeiten.

 

 

 

 

In unserem Betrieb ist Manfred Ellwanger, der jüngere Bruder vom Firmeneigentümer, für das Sägewerk zuständig, bestens ist er mit allem, was im und rund um das Sägewerk geschieht, vertraut.

 

 

Am Rundholzplatz wird das gelieferte Holz gelagert und wartet auf seine Weiterbearbeitung.

Unser Sägewerk arbeitet mit einer Gattersäge. Diese  besteht aus dem Sägeblattgestell (Gatter), dem Schiebeschlitten mit Spannvorrichtung und den Sägeblättern. In das Gatter können bis zu zwanzig Sägeblätter eingespannt werden. Die Abstände zwischen den Sägeblättern können verschieden groß sein. Durch ein Auf- und Abbewegen der Sägeblätter wird der Baumstamm  in Bretter, Bohlen und Balken  aufgeteilt

Historisches: Sägewerke sind geschichtlich ab dem 4. Jahrhundert überliefert. Sie wurden früher durch ein Wasserrad angetrieben, Dampfmaschinen kamen viel später hinzu. Unser Sägewerk liegt zwar auch gleich neben der Vils, angetrieben wurde es früher mittels Dampfmaschine, ob es je mit einem Wasserrad in Gang gesetzt wurde, ist unbekannt.

Die anfallenden Sägenebenprodukte  werden ebenfalls weiterverwertet:

 
  • Rinde wird zu Heizzwecken verbrannt oder in Rindenmulch verwandelt.
  • Sägespäne, Sägemehl und Absiebungen werden als Rohstoff in der Faserplattenindustrie verwendet oder zu Pellets  gepresst.
  • Hackgut (Hackschnitzel) und Kappholz geht hauptsächlich in die Papierindustrie  zur Zellstoffherstellung oder wird ebenfalls zu Heizzwecken verbrannt oder verpresst zu Pellets.

Beim nächsten Teil dieser Blogserie informiere ich Sie über Fachbegriffe zum Thema Abbinden und Aufstellen.

Blogserie Teil 1 – Die Fichte, der Brotbaum des Waldes

Mit diesem Blog startet eine neue Serie:

„Der Dachstuhl – Vom Anfang bis zum Ende“                      

Der Großteil der Dachstühle, die von uns gefertigt wurden und werden, sind aus Fichtenholz gearbeitet. Weshalb das so ist, und was an der Fichte interessant ist, erfahren Sie im folgenden Blog:

Fichten sind immergrüne und einstämmige Bäume. Sie erreichen in der Regel Wuchshöhen von 20 bis 60 Meter. Der Stammdurchmesser beträgt in der Regel bis zu 1 Meter, maximal bis etwa 2,5 Meter. Die Form der Fichte ist wie ein schmaler Kegel, nach oben hin spitz werdend. Die Nadeln der Fichte sind dunkelgrün und wachsen rund um den Zweig. Im Frühjahr treiben neue Nadeln aus, die zunächst hellgrün und weich sind. Im Mai blüht die Fichte. Männliche und weibliche Blüten wachsen am selben Baum. Aus den weiblichen Blüten entstehen später längliche, hängende Zapfen.

Mit Ausnahme äußerst südlich und westlich gelegener Regionen, sind Fichten in ganz Europa verbreitet. Das Kieferngewächs der Gattung Picea gedeiht sowohl im Flachland als auch im Gebirge.
Die Fichte wird häufig als „Brotbaum“ der Wald- und Holzindustrie bezeichnet, denn einerseits ist die Fichte anspruchslos, aber produktiv, andererseits sehr vielseitig einsetzbar, von Transportpaletten über die Papierproduktion oder bis zu Holzwerkstoffen, Bauholz, Instrumentenbau.
Mit einer mittleren Rohdichte von 47 g/cm³ bei einem Trocknungsgrad von 12 bis 15 Prozent Holzfeuchte zählt Fichtenholz zu den mittelschweren Sorten. Es ist verhältnismäßig weich und lässt sich sowohl manuell als auch maschinell leicht verarbeiten. Besonders gefragt ist es im Bauwesen. Denn Fichtenholz ist nicht nur preiswert, sondern eignet sich aufgrund seines geringen Gewichts hervorragend als Bauholz. Zudem zeichnet es sich durch gute Festigkeitswerte und relative Formstabilität aus. Deswegen ist es auch als Konstruktionsholz zugelassen.
Fichtenholz hat eine helle Farbe, die gelblich-weiß bis rötlich-weiß ausfallen kann und gelbbraun nachdunkelt. Die Oberfläche weist eine deutliche Strukturierung durch eine zungenförmige oder fein gestreifte Maserung auf, die deutliche Astlöcher zeigen kann.
Kulturgeschichtliches:
Die Fichte wird häufig als Rottanne bezeichnet. Schon die alten Römer, Kelten und Germanen schmückten ihre Wohnungen mit Fichtenzweigen, um damit böse Dämonen zu vertreiben und gute Geister anzulocken. Das Immergrün galt als Symbol der Unzerstörbarkeit des Lebens.
                                                                                                                                  
Heilkunde:
Seine zarten jungen Triebe, die deutlich an ihrer helleren Farbe zu erkennen sind, können gesundheitsfördernd verwendet werden. Die Wirkung liegt vor allem im Bereich der Lungenerkrankungen, weil die ätherischen Öle beim Inhalieren oder als Tinktur eingenommen die Lunge desinfizieren und reinigen. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Durchblutungsstörungen, was auch am Beispiel des Fichtennadel-Franzbranntweins deutlich wird.

Auf folgende weitere Blogeinträge dieser Serie dürfen Sie gespannt sein:

 

 

 

Ankündigung Blogserie: Der Dachstuhl vom Anfang zum Ende

Am Freitag startet hier eine neue Blogserie in fünf Teilen. Hier erfahren Sie, was Sie über die Entstehung eines Dachstuhles schon immer wissen wollten.

Die Artikel erscheinen immer im Laufe des Freitag vormittags und werden dann auch hier verlinkt. Ich freue mich schon auf Kommentare und Anregungen!

Kunst im Biotop oder Geisenhausen ist bunt!

Vor einigen Jahren entstand am Ortsausgang von Geisenhausen an der Fimbacher Str. ein Biotop. Als Biotope bezeichnet man Lebensräume von Lebensgemeinschaften aus Tier- und Pflanzenarten. Sie sind meistens durch eine charakteristische Vegetation und eine mehr oder weniger große Zahl typischer Tierarten gekennzeichnet.

Engagierte Bürger der Gemeinde haben es ermöglicht, dass dieses Biotop entstanden ist und seither gepflegt wird. Auch unsere Firma hat einen kleinen Beitrag geleistet, wir haben die Bretter und Bohlen gespendet, aus denen der schöne Steg zum kleinen Weiher gearbeitet wurde.

Wie im letzten Jahr gibt es auch heuer wieder die Veranstaltung „Kunst am Biotop“. Zusammen mit der Künstlerin Theresa Zellhuber, die die Idee hatte, das Urban Knitting“ oder „Yarn Bombing“ – das Verkleiden von Gegenständen mit Wolle, auch in Geisenhausen zu zeigen, hatte ich nun die Idee, neben den Bäumen, auch  „unsereStegbohlen zu umstricken.

Und so machte ich mich an die Arbeit und begann zu stricken…….

…….was nun daraus geworden ist, das sehen Sie hier:

Was die natürlichen Bewohner von dieser Art von Kunst halten, weiß ich nicht, interessant fand es diese neugierige Ente wohl doch!

Mein Fazit:

Ja,

Geisenhausen ist bunt!